21. April 2010: Launch von SQL Server 2008 R2
Es ist soweit: Das neue Release für SQL Server 2008 R2 wird vorgestellt!
Die spannendeste Frage für mich war: Warum kein SQL Server 2010, sondern SQL Server 2008 R2?
Donald Farmer, Keynote Speaker von Microsoft: "If we released a new version, you would expect a new architecture and better performance.
But we didn't change the database engine!". Doch worin sich R2 vom ersten Release unterscheidet, ist die wirklich beeindruckende Erweiterung von SQL Server im Bereich Business Intelligence!
In seinem informativen und mit kleinen Scherzen aufgelockerten Vortrag beschrieb Donald die Produktstrategie von Microsoft:
"Yes, Gartner says, that Oracle is market leader. But they also say that we are best at empowering users doing complex tasks without knowing it!"
So unterhaltsam auch die folgenden Vorträge zu werden drohten, wollte ich doch lieber fachlich anspruchsvolle Informationen erhalten.
Deswegen entschied ich mich, der Videokonferenz von Bob Ward über die internen Werkzeuge von SQL Server zu lauschen.
Nun, was ich mich vorher unausgelastet fühlte, fand ich jetzt in der Tat sehr anspruchsvoll. Er präsentierte sehr viele Werkzeuge, die
auch bei der Analyse von SQL Server verwendet werden. "Well, you know, the 'Swiss army knife' of SQL Server is: DBCC!": Hier zeigte er unter anderem
die Verwendung des undokumentierten Kommandos "DBCC PAGE". Um die Ergebnisse zu verstehen, braucht der DBA schon ein erhebliches Grundlagenwissen.
Ebenfalls spannend waren seine Ausführungen zu den Data Management Views. Ein spannendes Beispiel war, wie ein DBA sich anschauen kann, wie ein Transaktionsprotokoll segmentiert ist,
oder welche die letzten Aktionen waren. Allerdings ist es dennoch nicht möglich, einzelne Transaktionen zu wiederholen... ...dafür sind die Ergebnisse der entsprechenden DMV nicht ausreichend.
Weitere Beispiele dienten dazu, sich die Performance von SQL Server zu betrachten: "DMVs are very effective tool to have a peek at SQL Server's health!".
Längst nichts mehr für Anfänger waren die Query Processor (QP) Trace Flags. Ein wirksames Werkzeug, um Indizes, Ausführungpläne, Festplattenzugriffe und Cacheauslastung zu analysieren.
Doch um damit umgehen zu können, braucht es auch viel Übung... ...aber auch Werkzeuge wie ostress.exe oder SQLIOSim.
Zum Schluss gab es noch eine Vorführung zur Analyse von beschädigten Datenbanken: Hier führte Bob vor, wie mit allen vorher aufgeführten Werkzeugen
eine Datenbank analysiert werden kann. Zentrales Kommando natürlich DBCC CHECKDB. Was für ihn täglich Brot ist, hat er für uns als DVD mitgegeben: Für uns ein wahrer Schatz!
22. April 2010: PASS-Konferenz erster Tag
Cooking with SSRS: Advanced Report Design Recipes
Paul Turley stellte in seinen Vorführungen mehrere kleine und hilfreiche Tricks für Reporting Services vor. Alleine schon das erste Beispiel war einfach und lehrreich: Er zeigte, wie man die Seitenzahlen eines Berichtes kapitelweise zählen lassen kann.
New Treasures for Microsoft BI, Found on CodePlex
Auf diese Idee war ich auch schon gekommen, habe aber frustriert aufgehört zu suchen: Gute OpenSource-Software auf CodePlex zu finden! Es gibt viele Projekte, aber die nützlichen Edelsteine zu finden ist nicht einfach. Eines der Werkzeuge: BI.Quality. Das kann ich auch nur empfehlen! Ein sehr anschaulicher Vortrag von Markus Raatz...
SQL and SSIS 2008 R2 Performance Optimizations
Henk van der Valk zeigte, mit welchen Werkzeugen und Vorgehensweisen er die Anzahl verarbeiteter importierter Zeilen optimierte. Sehr spannend hier, wie die Aufspaltung eines Datenimports mithilfe eines conditioned splits auf vier Tabellen aufteilte und damit den Datendurchsatz verzweieinhalbfachte.
Sharing - A new paradigm in reporting on the Microsoft platform
Ein neues Feature von SQL Server 2008 R2 sind die "shared connections". Sehr schön von Rushabh Mehta in der Videoübertragung dargestellt: Benutzer können veröffentlichte Datenverbindungen für ihre Berichte verwenden. Sie können sich ganz auf die Gestaltung der Berichte konzentrieren; die Datenbestände werden von den Verbindungen zur Verfügung gestellt. Jetzt wird es leichter, Wiederverwendung von Komponenten zu ermöglichen.
ETL 3 Ways
Alleine schon wegen des britischen Akzents war dieser Vortrag ein Genuss. Für mich war dies der beste Vortrag: Er stellte drei ETL-Werkzeuge von Microsoft vor: SSIS, BizTalk und das neue StreamInsight. Anschaulich stellte er die Funktionalitäten der drei Produkte vor und lieferte Entscheidungskriterien, wann welches Tool am besten geeignet ist.
23. April 2010: Der zweite Tag der PASS-Konferenz
SQL CAT: Large Scale Relational Data Warehouse Learnings
Sehr gut dargestellter Vortrag von Alexei Khalyako über die Komplexität und Vorteile relationaler Data Warehouses gegenüber multidimensionalen. Hier wurde klar, dass es unterschiedliche Vorgehensweisen für das Einrichten von DWs gibt. Neu war mir hier der Fast-Track-Ansatz von Microsoft: Geradezu rezeptartige Richtlinie!
PerformancePoint's not Dead!
Das war mir auch neu; doch die Integration in Sharepoint lässt mit Leichtigkeit eine Art Cockpit mit Zugriff auf Unternehmensdaten einrichten. Wieder ein sehr anschaulicher Vortrag von Markus Raatz...
SSIS 2008 R2 Parallel Data Warehouse
Ralph Kemperdick von Microsoft zeigte, mit welchen Maschinen und welcher Software große und größte Data Warehouses beherbergen kann. Mir wurde erst während des Vortrages bewusst, welche Auswirkungen die Hardwarearchitektur dann auf den Queryprocessor hat!
Migration vom Oracle to SQL Server 2008 R2
Im Vortrag von Andreas Kampert wurde dargestellt, welche Aufgaben auf einen Entwickler bei der Migration zukommen. Ganz wesentliche Essenz war, dass eine Migration mehr Aufwand bedeutet als beim ersten Blick erkennbar... ...ein Aufkommen von 150 Personaltagen sollte nicht erschrecken. Wie wir das aber unseren Kunden erklären sollen, ließ Andreas aber auch weitgehend offen :-)
Building a Dashboard with PowerPivot, Reporting Services and PerformancePoint
Kasper de Jonge stellte sehr schön und anschaulich da, wie schnell und einfach ein Berichtswesen unter Verwendung von Sharepoint aufgebaut werden kann. Sehr beeindruckend! Wir BI-Spezialisten müssen uns in den nächsten Jahren was einfallen lassen, wie wir dann unser Geld verdienen können...
Importance of Master Data Management
Das die Verwaltung einer Staging Area in einem Data Warehouse aufwändig ist, dürfte den meisten von uns klar sein. Wie sehr allerdings diese Komplexität vor den Benutzern verborgen werden kann, zeigte Markus Thomanek mit einigen Beispielen. Wahrscheinlich eine der wichtigsten Funktionalitäten zukünftig!
Lohnt es sich, auf teure Konferenzen zu gehen?
Unsere Meinung
Drei Arbeitstage + Konferenc (ca. 900 Euro) + Hotel (600 Euro) + Fahrtkosten (500 Euro) = 4.000 Euro.
Lohnt sich das?
Gemessen an den Kontakten und dem allerneuesten Wissen, sagen wir: Ja! Denn wenn der DBA auch nur sechs Tage schneller in ein
neues Projekt kommt, hat sich dieser Besuch schon gelohnt!
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